Archiv
Artikel über "Tage unseres Lebens"
Im "Mada English Journal" von Joline Faujour (7. Juni 2007)
Rechts im Bild: Lucas Rodwell
Im Newsletter der American School of Antananarivo,
“World on the Street” (3. April 2006)
Artikel im "JULIM-Journal" der AJuM
Einen Artikel im "JULIM-Journal" der "Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW" (AJuM
) kann man als pdf-Datei herunterladen: www.ajum.de/html/JJ/03schreib/Siege_Nasrin.pdf
(ca. 292 kB)
Weihnachtsplakat 2005
Als pdf-Datei zum Herunterladen finden Sie hier das Plakat zu der Lesung am 13.12.2005 in der Galerie Toussiana in Frankfurt a.M.: Plakat_X-Mas_2005.pdf (ca. 1,9 MB!)
Madagaskar – Der linke Fußabdruck des Menschen
Einige Hintergrundinformationen über das Land
Vor der Ostküste Afrikas gegenüber Mozambique liegt Madagaskar, von den Madegassen beschrieben als „der linke Fußabdruck eines Menschen“. Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Welt. Die Entfernung über den Kanal von Mozambique zum afrikanischen Festland beträgt 400 km. Bei einer Fläche von 587.041 qkm ist Madagaskar fast doppelt so groß wie Deutschland.
Madagaskar ist ein Überbleibsel des versunkenen Kontinents „Gondwanaland“, der aus Südamerika, Afrika, Australien und Vorderindien bestand. Man nimmt an, dass Madagaskar sich vom übrigen Kontinent vor vielen Jahrmillionen lange vor dem Erscheinen der Menschen getrennt hat. Diese Trennung hat dazu geführt, dass sich auf der Insel eine Flora und Fauna erhalten hat, die auf dem Festland schon längst ausgestorben ist. Aus der Tierwelt bekannt sind vor allem die Lemuren. Aus der Märchenwelt kennen wir den inzwischen ausgestorbenen Riesenstrauss, den Vogel „Rock“. Für Zoologen und Botaniker ist Madagaskar ein „Naturdenkmal“ für Tiere und Pflanzen aus uralten Zeiten.
Madagaskar hat ca. 17,38 Mill. Einwohner. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 250 US$ (2002) zählt Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Welt.
Trotz des immer noch großen Reichtums an endemischen Arten in Flora und Fauna sind viele Arten durch Abholzung, das Abbrennen der Wälder und Wilderei bereits ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. So bemüht sich die Regierung in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen um die Wiederaufforstung und die Erhaltung der Waldbestände und damit dem Schutz der einheimischen Pflanzen-und Tierwelt.
Madagaskar hat im Laufe seiner Geschichte verschiedene Einwanderergruppen aus allen Winkeln der Welt aufgenommen, denen allen eine einzige Sprache (Malgach) und der Ahnenkult – wenn auch mit unterschiedlichen Riten - gemeinsam ist.
In Madagaskar gibt es 18 verschiedene ethnische Gruppen, die in sechs Provinzen beheimatet sind. Die Ethnien sind zum Teil Mischungen verschiedener Einwanderergruppen und zum Teil Nachfahren von Einwanderern aus Polynesien, Malaysia, Indien, arabischen Ländern, Ostafrika und aus Europa (Piraten).
Im Folgenden möchte ich 6 ethnische Gruppen aufführen, um damit die Multikulturalität des Landes zu veranschaulichen:
Im zentralen Hochland lebt die größte Bevölkerungsgruppe des Inselreiches, die Merina, deren Vorfahren aus Malaysia und Polynesien um etwa 1000 nach Chr.Geb. nach Madegaskar einwanderten und sich hier mit den verschiedensten Gruppen anderer Einwanderer vermischten.
Die Sakalava leben entlang der Westküste. Sie sind Nachfahren arabischer, indischer und ostafrikanischer Einwanderer.
Die Tsimihety im Norden des Binnenlandes sind Nachfahren europäischer Piraten und Sakalava, die sich im 17. Jahrhundert im Inneren des Landes ansiedelten. (450.000)
Die Antankarana im Norden sind Nachfahren arabischer Einwanderer, die sich vor allem mit den Sakalava gemischt haben. Man nimmt an, dass sie sich auch mit europäischen Piraten vermischten, denn ihre Hauptstadt Antsiranana (ehemals Diego-Suarez) galt lange Zeit als exzelllenter Naturhafen und diente den Seerübern im 18.Jh als idealer Schlupfwinkel. Piraten gründeten dort die eigene Republik Libertalia.
An den Küsten und im Süden des Landes leben die Ethnien, deren Vorfahren aus Indien, den arabischen Ländern und aus Afrika kamen.
Die Betsimisaraka entlang der Ostküste sind die Ethnie, deren Angehörige von der größten Anzahl unterschiedlicher Herkunftsländer abstammen. Auf ihrem Territorium befanden sich die Landeplätze der Einwanderer. Die Ethnie entstand erst im 17.Jh., als es einem König, der vermutlich Nachkomme eines englischen Piraten war, gelang, viele unabhängige Gruppen unter seiner Herrschaft zu vereinigen. Ihr Name bedeutet: „Die Vielen, die sich nicht trennen lassen“.
Madagaskar war im Laufe seiner Geschichte für kurze Zeit (1595-1598) im holländichen Besitz und seit 1896 französiche Kolonie.
Seit 1960 ist Madagaskar unabhängig und seit 1992 eine Demokratie.
Wie Sie sehen können liegt “mein” Madagaskar weit entfernt von Irgendwo. Dadurch konnte sich auf dieser wunderschönen Insel eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln, bzw. über die Erdepochen hinweg nahezu unverfälscht erhalten.
Mehr von der Schönheit Madagaskars können Sie in der Galerie unter Eindrücke aus Madagaskar sehen.
Straßenkinder in Tansania
Als ich 1993 zum zweiten Mal nach Tansania kam, fielen mir sofort die vielen Straßenkinder an den großen Ampelkreuzungen, auf den Verkehrsinseln und im Grunde im ganzen Stadtbild von Dar-Es-Salaam auf. Es dauerte nicht lange und ich bekam Kontakt zu den Mitarbeitern des Dogodogo Straßenkinderprojekts. Als sie erfuhren, dass ich in Sambia afrikanische Märchen gesammelt hatte, schlugen sie mir vor, diese den Kindern des Projekts zu erzählen ... und zwar auf Kiswahili.
Ich übersetzte mit Hilfe einer Freundin drei Märchen aus dem Buch „Kalulu und andere afrikanische Märchen“ und machte mich eines Morgens auf zum Drop-in-Zentrum, das sich inmitten des Geschäftsviertels der Stadt befindet.
Hier erwarteten mich ca. vierzig Jungen auf der mit Wellblech überdachten Terrasse und von diesem Tage an nannten sie mich „Mama Hadithi“ (Mutter Märchen).
Von diesem Tage an veränderte sich Vieles in meinem Leben. Mit Hilfe der Märchen öffneten sich die Kinder mir gegenüber und sie erzählten von sich. Ich erfuhr, woher sie kamen, warum sie auf der Straße lebten, was sie als Kinder erlitten hatten. Jedes Kind hatte eine eigene Geschichte, hatte Gewalt am eigenen Leib erlebt, litt an Ängsten, trauerte und sehnte sich nach Geborgenheit und Schutz.
Und sie alle hatten gelernt auf der Straße zu „überleben“. In einer grausamen und harten Umwelt, deren „Gesetze“ sie kennengelernt hatten und in der sie eigene Überlebensstrategien entwickelt hatten.
Mit dem Märchenerzählen fing alles an ... Doch bald war ich als Beraterin mit der Planung, Vorbereitung und Bau eines Wohnheims für die eingeschulten Jungen des Dogodogo Drop-In-Zentrums engagiert und von 1997 bis 2003 war ich Mitglied im Vorstand des Dogodogo Trust. Das Wohnheim wurde von der GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) finanziert und im Juli 1996 von dreißig Schuljungen (ehemalige Straßenkinder) und sieben MitarbeiterInnen bezogen.. Da die Finanzierung der laufenden Kosten nach der Fertigstellung des Baus nicht gesichert war, gründete ich mit Freunden in Deutschland den Verein "Hilfe für Afrika e.V." ( www.hilfefuerafrika.de
) und finanzierte diese mit den eingenommenen Spenden.
Inzwischen wird das Kigogo-Wohnheim von der Deutschen Welthungerhilfe finanziert.
Da es in DSM kein ähnliches Projekt für Mädchen gab, arbeitete ich als Beraterin seit 1996 mit zwei dänischen Frauen und dem damaligen Leiter der Salvation Army an der Planung eines Mädchenwohnheims. Die Heilsarmee war damals die einzige Organisation, die sich der Mädchen (u.a. junge Prostituierte) angenommen hatte. Dieses Projekt wurde von DANIDA finanziert und im Dezember 2000 für 30 Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren eröffnet. Seit 2003 wird dieses Projekt von der Heilsarmee finanziert.
Seit 1990 waren verschiedene Straßenkinderprojekte in Dar-Es-Salaam entstanden und sie alle versuchten und versuchen bis heute, den Kindern, neben der leiblichen und seelischen Versorgung, auch eine Ausbildung zu geben.
In den insgesamt zehn Jahren in Tansania weitete sich meine Arbeit immer mehr aus. Ich lernte auch die anderen Projekte in Dar-Es-Salaam kennen – u.a. Child in the Sun und Tuamoyo - und versuchte ihnen durch Beratung (bez. Organisation, Finanzierung, Ausbildungsinhalte u.a.m.) und auch Finanzierung zur Seite zu stehen. Mit den von "Hilfe für Afrika e.V." eingenommenen Spenden, konnten wir Projekten aus finanziellen Notsituationen heraushelfen und einzelne Programme finanzieren.
Durch meine Arbeit mit den Straßenkindern lernte ich bereits in den ersten Monaten in Tansania das Kinderuntersuchungsgefängnis (Remand Home) kennen. Eine Art geschlossenes Wohnheim, in dem Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren einsitzen und auf ihr Gerichtsurteil warten.
"Hilfe für Afrika e.V." finanzierte 2001 bis 2003 das Pilot-Projekt im Dar-es-Salaam Remand Home, aus dem das Nationale Programm entwickelt wurde und das seit Dezember 2003 in Tansania in den anderen Remand Homes und der Approved School implementiert wird. Eine genaue Beschreibung des Projekts finden Sie auf www.hilfefuerafrika.de
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Die Unterstützung von einzelnen Programme, Initiativen und Projekten in Tansania durch "Hilfe für Afrika e.V." findet weiterhin statt.
Tansania
Tansania – Deutschland – Sambia – Deutschland - Tansania – Deutschland – Madagaskar ...
© Robert Instinsky
Tansania war das erste afrikanische Land, das ich kennengelernt habe. Der erste Aufenthalt betrug drei Jahre und zwar von 1983 bis 1985. Ich lebte damals mit meiner Familie – meinem Mann, unserer Tochter Lena und unserem Sohn Andreas (geboren 1985 in Nairobi) - in Tanga, einer kleinen Stadt an der Ostküste.
Nach einem „Zwischenaufenthalt“ in Deutschland reisten wir Anfang 1987 nach Sambia aus, wo wir bis 1991 in Kabompo lebten, einem kleinen Ort in der Nord-West-Provinz, am gleichnamigen Kabompo-Fluß.
Hier entstanden mein erstes Kinderbuch: „Sombo, das Mädchen vom Fluß“ und die Anfänge des zweiten Buches „Wie der Fluß in meinem Dorf“.
Während der insgesamt vier Jahre in Sambia, hatte ich angefangen Märchen zu sammeln, die später, während meines nächsten Deutschland-Aufenthalts (1991-1993) - in dem Buch „Kalulu und andere afrikanische Märchen“ erschienen sind. In diesen Jahren in Deutschland erschien auch das Buch „Der Tag des Regenbogens“, eine Sammlung von Kurzgeschichten, die ich in Tansania angefangen hatte zu schreiben.
Im Dezember 1993 zog es uns wieder nach Tansania. Diesmal nach Dar-es-Salaam, der größten Stadt des Landes, wo wir genau zehn Jahre (Bis Dezember 2003) gelebt und gearbeitet haben.
In diesen Jahren habe ich in verschiedenen Straßenkinderprojekten gearbeitet. Informationen über meine Arbeit mit Straßenkindern finden Sie hier auf dieser Seite unter Straßenkinder in Tansania und auf der Website des Vereins "Hilfe für Afrika e.V.", den ich 1996 zusammen mit Freunden in Deutschland gegründet habe: www.hilfefuerafrika.de
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In den Jahren in Tansania (1993 – 2003) habe ich vier Jugendbücher geschrieben. Drei handeln von Tansania und ein Buch ist zum größten Teil autobiographisch:
„Shirin“, „Juma, ein Straßenkind aus Tansania“, „Als die Elefanten kamen“ und „Hyänen im hohen Gras. Spuren in der Serengeti“ (siehe Meine Bücher).
Seit dem 1. April 2005 lebe ich in Madagaskar. Mehr über Madagaskar und mein Leben in Antananarivo finden Sie hier auf dieser Seite unter Madagaskar.