Meine Bücher

Am Ende dieser Seite finden Sie eine Auflistung meiner Beiträge in verschiedenen Anthologien.

 

Asni und Konjit (in amharischer Sprache)

Asni und Konjit
(in amharischer Sprache)

Mein Jugendbuch "Asni und Konjit", das in Äthiopien spielt und von zwei jungen Frauen handelt, ist im November 2016 in amharischer Sprache in Äthiopien erschienen.
Die deutsche Übersetzung des äthiopischen Titels ist: "Ich laufe nicht mehr weg".

 

 

 

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Der Honigvogel

Geschichten aus Afrika

von Nasrin Siege
Bilder von Barbara Nascimbeni
Razamba Verlag Frankfurt am Main

Erschienen 01.07.2016
Gebunden, 86 Seiten mit 12 Zeichnungen
13,90 Euro
ISBN: 978-3941725409

Baba, Davy und der Honigvogel brauchen einander: Der Vogel kann den Honig nicht ernten, und ohne den Vogel würden Baba und Davy das Bienennest im Wald nicht finden. Das bedeutet auch: Baba und Davy müssen etwas abgeben vom Überfluss, den sie dem Honigvogel verdanken.

Nasrin Siege lebt seit vielen Jahren in Afrika. In 12 Vorlesegeschichten lädt sie kleine und große Zuhörer ein, den faszinierenden Erdteil näher kennen zu lernen.

Das Buch ist auf amazon zu finden.

Resonanz

Der Peter Hammer Verein für Literatur und Dialog e.V. hat den "Honigvogel" als Buch des Monats vorgestellt und dazu die folgende Rezension veröffentlicht:

12 Vorlesegeschichten erzählen vom Kinderalltag in Afrika.

Wie leben Kinder in Afrika?
Kinder sind neugierig und offen, wenn es um das Leben in anderen Teilen der Welt geht. Doch es gibt nur wenige Bücher in Deutschland, die diese Neugierde von Kindergarten- und Grundschulkindern befriedigen – und wenige AutorInnen, die einfühlsame, einfache Geschichten für diese Altersgruppe schreiben. Nasrin Siege ist eine von ihnen. Sie erzählt in diesem Buch von den Spielen der Kinder, von besonderen Momenten wie dem Singen an fremden Haustüren am Neujahrstag, aber auch von Kindern, die Mangos an Touristen verkaufen und solchen, die mit ihren Eltern betteln müssen. Es wird keine heile Welt beschworen. Wie wichtig ist es doch, Wasser zu haben – und wie mühsam, es an der Wasserstelle zu holen. Kaum vorstellbar, kein Essen im Vorratsschrank zu haben, sondern es jeden Tag immer wieder neu besorgen zu müssen: durch Betteln, Schuhe putzen oder den Verkauf von Früchten am Stopp der Reisebusse. „Von der Hand in den Mund leben“, das bekommt hier eine eindringliche Bedeutung. Viele Fragen bleiben offen: Wie kann es sein, dass ganze Familien draußen auf einer Verkehrsinsel leben, mitten in der Stadt? Warum haben manche Eltern nicht das Geld, um ihre Kinder zur Schule zu schicken? Und ist es nun gut oder schlecht, wenn die reiche Frau jeden Montag alle Schuhe der Familie von den Schuhputzjungen vor dem Supermarkt putzen lässt? Warum macht sie das denn nicht selber? Die Erzählungen von Nasrin Siege laden junge Leser und Zuhörer zum Nachdenken ein, statt vorschnelle Antworten und Werturteile abzugeben. Und oft möchte man einfach mitspielen, auch einmal das Baby auf dem Rücken tragen oder das neue Kälbchen von Abdi sehen, das einen weißen Stern auf der Stirn hat.

Es sind keine Elendsgeschichten, die hier aus Afrika erzählt werden, das würde den Menschen Unrecht tun. Stattdessen spricht eine tiefe Menschlichkeit aus ihnen, eine Großzügigkeit im Miteinander, die jeder kennt, der einmal in einem afrikanischen Land gelebt hat und die auch den hungrigen Straßenhund mit einschließt, dem das bettelnde Kind etwas von seinem Brot abgibt. Und den Honigvogel, der seinen Teil von der Honigwabe bekommt, nachdem er die Menschen zum Bienennest geführt hat.

Barbara Nascimbeni hat das Buch mit zarten Zeichnungen illustriert. Man könnte sich glatt selbst hineinmalen in diese Bilder, um auch mit Stöcken nach den reifen Baobab-Früchten zu werfen, damit sie herunterfallen oder sich gemeinsam mit den anderen Kindern halb tot zu lachen, wenn der Clown ins Klassenzimmer kommt. Denn auch das ist Afrika – und noch viel mehr, als in 12 Geschichten hineinpasst. Möge es noch viele solcher Bücher über das Leben in Afrika geben!

- Regina Riepe


Die  ekz.bibliotheksservice GmbH  (http://www.ekz.de) hat im Besprechungsdienst für öffentliche Bibliotheken das Buch begutachtet:

Die seit vielen Jahren in Afrika lebende Autorin, die für ihre international bekannten Kinderbücher bereits mehrfach ausgezeichnet wurde (vgl. "Wenn der Löwe brüllt", ID-A 40/09), beschreibt mit diesen afrikanischen Alltagsgeschichten eher leise und poetisch kleine Szenen aus der Lebenswelt afrikanischer Kinder. Einfühlsam tragen die im Präsens geschilderten Episoden den schlichten Ton einer sensiblen Beobachterin, die ohne übertriebene Gefühlsschilderungen sehr genau die jeweilige Stimmung und Emotion einzufangen versteht. Die kleinen Geschichten vom Leben mit Tieren, von Hunger und Lebensfreude, von der blinden Mutter und der Lust am Lernen sind weniger von spannenden äußeren Ereignissen, sondern vielmehr von einer inneren Spannung geprägt. Manche Begriffe werden Fragen aufwerfen. Insgesamt regen viele Geschichten zum Gespräch an.
Der ruhige Erzählstil und die große Schrift laden Grundschulkinder zum Selbstlesen ein.
Zugleich eignet sich die Lektüre ideal zum Vorlesen. Die zart gezeichneten Illustrationen korrespondieren sehr gut mit dem unaufdringlichen Stil. Überall sehr empfohlen!

   - Susanne Brandt

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Shirin: Wo gehöre ich hin?

Buchtitel Spur des Elefanten

Verlag Razamba
Cover von Niklas Schütte
Erschienen 15.02.2015
Broschiert: 160 Seiten
12,90 Euro
ISBN: 978-3941725331

Shirin ist elf, als sie mit ihrer Familie nach Hamburg kommt. Nur wenige Ausländer leben in Deutschland, Menschen mit dunkler Hautfarbe fallen auf und erleben immer wieder Ablehnung. Shirin fühlt sich oft allein. Warum kann sie nicht so sein, wie alle anderen? Dann denkt sie an Teheran, wo sie mit ihrer Großmutter so gerne auf den Basar gegangen ist. Doch mit der Zeit lebt sie sich ein in ihrer neuen Umgebung und von den anderen Mädchen lässt sie sich auch nicht mehr alles gefallen. Umso fremder werden ihr die Eltern. Sie sprechen nicht einmal mehr dieselbe Sprache. Und dann ist da noch Sarih, ihre persische Freundin, die einen deutschen Freund hat. Was wird aus ihr? In einer mutig überarbeiteten Neufassung erzählt Nasrin Siege die Geschichte einer Kindheit im Deutschland der 60er Jahre, vom Leben zwischen zwei Welten, von Träumen und Sehnsüchten und der Suche nach dem eigenen Weg - eine Geschichte, heute vielleicht aktueller denn je.

Das Buch ist auf amazon  zu finden.

 

Resonanz

Das Buch hat es auf die Liste der besten Kinder- und Jugendbücher der 56. Münchner Buchtage geschafft!

Die SZ brachte in ihrer Ausgabe vom 28.08.2015 eine Rezension von Regina Riepe. Sie ist online zu finden auf
http://www.sueddeutsche.de/kultur/migrantenschicksal-wo-kommt-ihr-her-1.2613421

 

Auf kommbuch.com, dem gemeinsamen Internetauftritt der “Freundinnen und Freunde unabhängiger Buchhandlungen & Verlage e.V.”, ist das Buch vorgestellt und besprochen worden.

 

Alliteratus hat eine Rezension von Bernhard Hubner & Astrid van Nahl veröffentlicht, die Sie hier als PDF-Datei herunterladen können.

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Die Spur des Elefanten

Buchtitel Spur des Elefanten

Verlag Razamba
Cover von Niklas Schütte
Erstausgabe 01.03.2014
Flexibler Einband: 164 Seiten
12,90 Euro
ISBN: 9783941725294

Die spannende Geschichte zweier Jungen, die sich im afrikanischen Busch auf die Suche nach rücksichtlosen Wilderern machen. Und ein Buch über den Selous Nationalpark in Tansania, seine Tierwelt und die Menschen, die dort leben.

Am liebsten schleichen sich Zawadi und Omari in den Nationalpark, um die Tiere zu beobachten: den schlauen Honigvogel, Antilopen und Affen oder – wenn sie sicher auf dem Tamarindenbaum sitzen – Elefanten und Büffel. Seit der Naturpark eingerichtet wurde, ist es verboten, das Wild zu jagen. Das erregt auch den Unmut der Dorfbewohner, denn sie haben Angst vor dem menschenfressenden Löwen, und die Elefanten zerstören die Felder. Eines Tages werden von den Wildhütern die Überreste eines Elefanten gefunden. Ist Omaris Vater, auf den der Verdacht fällt, wirklich der Wilderer? Die beiden Jungen wollen die Wahrheit herausfinden und dabei geschieht fast ein Unglück.

 

Resonanz

Die Sueddeutsche Zeitung hat eine sehr schöne Rezension von Roswitha Budeus-Budde zu "Die Spur des Elefanten" gebracht. Auf diese hat dann das Kulturmagazin Perlentaucher hingewiesen:

Dieses Buch für Kinder ab 10 schafft laut Roswitha Budeus-Budde zweierlei: Erstens vermag es jungen Lesern zu vermitteln, dass der Alltag und die Gefühle und Gedanken von Kindern in Afrika durchaus denen europäischer Kinder gleichen. Zweitens gelingt es Nasrin Siege, die Komplexität des Themas Artenschutz zu zeigen, die politisch-sozialen Konflikte dahinter, und einen Diskurs anzuregen, ohne die Handlung darüber dröge werden zu lassen. Dass die Abenteuergeschichte um Zawadi, Omari und die Elefanten in Tansania gut ausgeht, scheint der Rezensentin auch zuzusagen.    © Perlentaucher Medien GmbH 

Hier der Link zur Rezension in der SZ (unten auf den Reiter "Rezensionen" klicken).

 

Eine Besprechung des Buches bringt kommbuch.com auf seiner Website:
http://www.kommbuch.com/detail.html?vlbid=0-4540590

 

Das Buch wird auf der Website www.peter-hammer-verein.de des Peter Hammer Vereins für Literatur und Dialog e.V. als "Buch des Monats" im April 2014 vorgestellt:

Nasrin Sieges neues Kinderbuch über Tansania ist eine spannende Geschichte, in der Tiere eine große Rolle spielen, die Menschen jedoch im Mittelpunkt stehen!

Dazu schrieb Regina Riepe die folgende Rezension:

Mein Vater ist doch kein Wilderer! Weder Omari noch sein Freund Zawadi können sich vorstellen, dass Omaris Vater einen Elefanten erschossen und das Elfenbein verkauft hat, mitten im Naturpark. Doch der Verdacht wiegt schwer und nach einer ergebnislosen Hausdurchsuchung tobt die Gerüchteküche. Keiner der Dorfbewohner besitzt offiziell ein Gewehr, doch viele haben eine Vergangenheit als Jäger oder Wilderer. Omaris Vater mit seinem kleinen Laden hat gute Kontakte zu Händlern in der Hauptstadt. Haben die ihn etwa angestiftet und dann das Elfenbein in der Stadt verkauft? Omari und Zawadi beschließen allen Verboten zum Trotz, selber in den Wald zu gehen und nach Spuren zu suchen, um die Wahrheit herauszufinden.

Kenntnisreich führt Nasrin Siege die jungen Leser in ihrer spannenden, gut geschriebenen Geschichte nach Tansania, in ein Dorf am Rande des Selous Nationalparks. Während Kinder bei uns Elefanten, Löwen oder Hyänen nur aus Filmen oder Tierbüchern kennen, gehört der Umgang mit diesen Tieren für die Dorfbewohner zum Alltag. Das ist keineswegs romantisch, sondern sehr konfliktbeladen! Elefanten fressen sich ungestört in den Bananenplantagen satt und lassen sich nicht durch den Lärm der Dorfbewohner vertreiben. Und vor Löwen und Hyänen muss sich jeder in Acht nehmen, besonders vor den gefürchteten „Simba-mtu“, den Menschenfresser-Löwen. Wenn ein Löwe einmal gemerkt hat, wie einfach es ist, einen Menschen zu töten – denn die laufen längst nicht so schnell wie eine Antilope - dann wird er es immer wieder tun. Manche erzählen allerdings, dass ein böser Zauber solche Löwen dazu bringt, Menschen zu fressen. Es ist etwas unheimliches an diesen Simba-mtu. Besonders Rajabu wird von der Angst vor diesen Löwen umgetrieben, er hat als Dreijähriger erlebt, wie sein Vater von einem solchen Simba-mtu getötet wurde.

Manche der alten Männer träumen noch von den früheren Zeiten, als sie im heutigen Naturpark auf die Jagd gingen oder für Großwildjäger als Spurenleser arbeiteten. Es gab reichlich Fleisch und gutes Geld für Felle oder das Elfenbein. Zawadis Großvater erzählt gerne davon, wie er früher durch den Busch streifte und Tiere beobachtete. Ein einziges Abenteuer! Deshalb hat er Verständnis dafür, dass es den Jungen und seinen Freund Omari immer wieder in den Naturpark zieht. Doch die Zeiten haben sich geändert, das versteht auch der Großvater. Am Naturschutz führt kein Weg vorbei, denn die großen Tiere waren fast ausgerottet. Nun haben die Wildhüter das Sagen und die Dorfbewohner arbeiten in einem Wildschutz-Programm mit. Sie haben ein Gewehr für das Dorf beantragt, damit sie sich vor Löwen und Elefanten besser schützen können. Doch das steht alles auf dem Spiel, wenn sich herausstellt, dass ein Dorfbewohner gewildert hat.

Neben der spannend erzählten Suche nach dem Wilderer erfahren die jungen Leser eine Menge über den Alltag in einem Dorf in Tansania. Die Kinder werden sensibel und glaubwürdig dargestellt: Zawadi, dessen Name „Geschenk“ bedeutet und der bei den Großeltern aufwächst, weil seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist. Sein bester Freund Omari, dessen Mutter Zawadi gemeinsam mit ihrem Sohn stillte, denn nur so kann ein mutterloser Säugling überleben in einem Dorf, das kein Milchpulver und keine Flaschennahrung kennt. Die kleine Fatuma, die Märchen über alles liebt, der Lehrer und seine Frau, die Truppe der Wildhüter und natürlich Bibi, die Großmutter, sind beeindruckende Persönlichkeiten. Zawadi hat eine Menge Verpflichtungen neben der Schule, denn Bibi und Baba sind zu alt, um selbst Wasser oder Feuerholz zu holen und der Zaun um den Gemüsegarten muss wieder geflickt werden. Doch all das hindert Zawadi nicht daran, heimlich in den Busch zu ziehen, um Honigvogel, Elefanten oder Affen zu beobachten. Wenn ich groß bin, werde ich Wildhüter! Diesen Traum werden wohl viele junge Leser nachvollziehen können, auch wenn er für sie , anders als für Zawadi und Omari, kaum Realität werden kann.

© 2010 Peter Hammer Verein für Literatur und Dialog e.V.

 

 

 

Bernhard Huber schrieb die folgende Rezension für Alliteratus (www.alliteratus.com):

 

Wenn Kinder in Europa (oder anderen nördlichen Ländern) an Afrika denken, ist meistens der Elefant das Tier, das ihnen zuerst einfällt. Allein seine schiere Größe beeindruckt, dabei auch noch sanfte, leise Bewegungen und das Wissen, dass ein Elefant über ein ausgezeichnetes Gedächtnis verfügt – der (oft eher von geringer Kenntnis und mangelnder eigener Erfahrung geprägte) Eindruck gleicht fast einem Mythos. Natürlich sind auch Löwen, Zebras und Hyänen interessant, aber ein Elefant...

In diesem neuen Buch von Nasrin Siege spielt der Elefant eine der Hauptrollen, und doch ist alles ein bisschen anders als gedacht. Schon mit dem ersten Satz tauchen wir ganz tief ein in die Welt von Tansania, eine dörfliche Welt am Rande des Selous-Reservates, dem größten Schutzgebiet für Tiere und Pflanzen. Wir erfahren, dass die vom Aussterben bedrohten afrikanischen Tierarten durch eben solche Schutzgebiete ihre Bestände erholen können, auch wenn es immer noch Hürden zu überwinden gilt. Eine wichtige Hürde ist die notwendige Koexistenz von Tieren und Menschen, deren Interessen sich nicht automatisch decken.

Sehr bildhaft und eindrücklich wird das hier erzählt am Beispiel des Dorfes der beiden Schüler Zawadi und Omari. Wir erleben den Alltag der Beiden und ihrer Familien mit, nehmen teil an ihren Freuden und Problemen – und von beidem gibt es genug. Da gibt es strenge Eltern und Lehrer genau so wie verständnisvolle Großeltern, neben der Schule müssen Hausarbeiten und Reparaturen erledigt werden, jeder Ausflug in den Wald oder zum Fluss birgt Gefahren, die den hiesigen Straßenverkehr an Risiko weit übertreffen. Doch wir spüren auch einen wesentlichen Unterschied zum Leben in unseren Ländern: Der Umgang der Menschen miteinander ist offener, gefühlvoller, direkter als hier, sie sprechen eher aus, was sie bewegt und sie kümmern sich mehr umeinander. Das mag in großen Städten wie Dar-es-Salaam manchmal anders sein, auf dem Dorf aber „stimmt“ das Miteinander noch.

Beim Lesen ist man oft hin- und hergerissen zwischen fasziniertem Neid, was im „normalen“ Alltag dieser Jungen alles passiert, und ebenso Erleichterung, dass viele Details unseres Lebens so viel bequemer erscheinen. Die Atmosphäre, die uns Nasrin Siege aber vermittelt, die vermissen wir in unserer Welt meist und hätten sie vielleicht gerne wieder, denn früher gab es hier zumindest Ähnliches. Überhaupt ist der Erzählstil Sieges das Besondere an diesem Buch. Natürlich hat die Exotik des Schauplatzes und die Spannung der erzählten Geschichte einen sozusagen „automatischen“ Reiz. Und dennoch beeindruckt vor allem die warmherzige, im positiven Sinne naive Einstellung der Personen mindestens ebenso sehr wie die Handlung.

Die hat es allerdings auch in sich: Es geht um Wilderei, Rettung aus Lebensgefahr und drohende Verhaftung, das alles zwischen plantschenden Elefanten, brüllenden Löwen und „kichernden“ Hyänen. Es gibt Angstattacken mitten in der Nacht, Stress mit dem Lehrer und Trost vom alten Großvater – ein Strauß, so bunt wie die Farben der afrikanischen Textilien und Blumen, und ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Doch nirgends wirkt etwas aufgesetzt oder künstlich, jede Reaktion und jedes Erlebnis ist stringent und passt zu den Charakteren. Die Natürlichkeit der Sprache ist so, wie wir uns das Leben in der „Wildnis“ vorstellen, unmittelbar, direkt und ungefiltert. Das beeindruckt noch immer, selbst wenn wir das Buch schon abgeschlossen haben. Wieder einmal ist Nasrin Siege ein zu Herzen gehender, ehrlicher Einblick in afrikanisches Leben gelungen, ein Kleinod, wie es in diesem Bereich eher selten ist. Danke!

© Alliteratus 2014 / Bernhard Hubner

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Die Kinder des Waldes

Buchtitel Kinder des Waldes

Text von Nasrin Siege
Illustrationen von Martina Thelen
Herausgegeben im Dezember 2012
vom Goethe Institut Addis Abeba
in drei Sprachen: Deutsch, Amharisch, Englisch.

 

 

 

 

Martina Thelen und Nasrin Siege haben zu Gunsten der kostenlosen Verteilung des Buchs an Grundschulen, Kindergärten, Kinderprojekte und Büchereien in Äthiopien auf das Honorar verzichtet.

Die Website des Goethe-Instituts Addis Abeba berichtet über meine Vorstellung des Buches im Dezember.

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Hiverina aho, Dadabe!

Buchtitel Ich kehre zurück, Dadabé

Seit Dezember 2012 ist nun mein in Madagaskar geschriebenes Buch "Ich kehre zurück, Dadabé" auch auf Madagassisch und in Madagaskar erhältlich.

Die Übersetzung des Buches wurde vom Goethe-Institut mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

Informationen zu dem jungen und engagierten Verlag "Vakoka Vakiteny" des deutsch-madagassichen Ehepaars Sophie Küspert-Rakotondrainy und Mparany Rakotondrainy finden Sie auf vakiteny.org/ und auf vakiteny.blogspot.com/

 

 

Das Buch wird in Madagaskar kostenlos an Schulen, Büchereien und Projekte verteilt.

Das Autorenhonorar bleibt in Madagaskar: Es wird zum Teil für den Kauf und kostenlosen Verteilung des Buchs an Kinderprojekte in Madagaskar verwendet und zum Teil einer madagassischen Familie für die Finanzierung der Ausbildung ihrer Kinder zur Verfügung gestellt.

 

Leider konnte ich nicht dabei sein, aber ich wusste, dass "Hiverina aho, Dadabé!" in guten Händen war: Am 23. März 2013 wurde die madagassiche Version von "Ich kehre zurück, Dadabé"  von meiner Freundin, der bekannten madagassischen Autorin Esther Randriamamonjy, im Goethe-Zentrum in Antananarivo vorgestellt. Danke Esther!


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Ich kehre zurück, Dadabé

Buchtitel Ich kehre zurück, Dadabé

Die Geschichte eines madagassischen Mädchens
literarisches programm 151
September 2011
ca. 160 Seiten. Paperback.
Brandes & Apsel Verlag
14,90 Euro
ISBN: 978-3-86099-713-0

Eine von der ersten bis zur letzten Seite spannende Geschichte vom Überleben in einem der ärmsten Viertel der madagassischen Hauptstadt Antananarivo. Es geht um den alltäglichen Kampf um Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf, aber auch um Lebensfreude, Hoffnung und Zusammenhalt unter den Armen.

 

 

Es ist Dadabé, der Großvater, der seiner Enkelin Todisoa und den anderen Kindern die Geschichte ihrer Familien erzählt. Doch als kurz nach seinem Tod ein Zyklon das Dorf verwüstet und Haus und Felder zerstört, beschließt Kamisy, Todisoas Vater, mit seiner Familie einen Neuanfang in der Hauptstadt zu wagen.
Das Leben in Antananarivo aber ist hart. Als ihre Ersparnisse aufgebraucht sind, lebt die Familie wie viele andere auf der Straße, wo sie mit schlecht bezahlten Gelegenheitsarbeiten, Betteln und dem Verkauf von Müll zu überleben versucht. Schließlich kommt die Familie illegal in einem der ärmsten Viertel unter. Als Kamisy für längere Zeit unschuldig ins Gefängnis gesteckt wird, ist es Todisoa, die die Familie zusammenhält und nach einem Ausweg sucht.

 

Eine madagassische Version des Buches wird im Frühjahr 2012 erscheinen!

http://vakiteny.blogspot.com/2012/03/ich-kehre-zuruck-dadabe.html?spref=fb

 

Resonanz

Dieses Buch steht auf der diesjährigen Empfehlungsliste von Librikon: Deutschsprachiges Qualitätskinder- und jugendbuch.

Aus der dort zu findenden Begründung:

Themenstark, horizonterweiternd: In "Ich kehre zurück, Dadabé" entführt Nasrin Siege die jungen Leser in eine andere Welt, die ihnen aber so nah vorkommt, dass keine Distanz (wie man sie so oft bei deutschen Autoren, die aus dem "warmen Nest" Armutsproblematiken aufgreifen) sie von dieser Erzählung trennen. Die Autorin vermag ihre prägnante Sprache so einzusetzen, dass ein bewegendes Schicksal ohne Umschweife vor den Leseraugen entfaltet wird. Die literarisch spannende Variante des Dokumentarischen, in eine Erzählung gegossen, wird hier vollendet vorgebracht. Die Diskussion über Armut und Gerechtigkeit offen und intelligent, ohne pathetische Diktion und ohne (wie in der Schule vermittelte) Denkschablonen in der Familie zu führen, ermöglicht dieses lesenswerte Buch.

 

Das Buch »Ich kehre zurück, Dadabé« wurde in die Auswahlliste für den LiBeraturpreis 2012 aufgenommen. Der »LiBeraturpreis« wird seit 1987 jährlich vom Ökumenischen Zentrum Christuskirche in Frankfurt am Main an Autorinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika vergeben.

 

Das Buch wurde auf der Website LiesMalWieder vorgestellt.

 

Auf der Website von Librikon, dem Magazin für Kinderbuchkultur (http://www.librikon.de/)
ist diese schöne Besprechung erschienen:

Mit authentischem Leben gefüllt - "Ich kehre zurück, Dadabé“

von Tordis Schuster

Zugegeben: Es ist etwas beschwerlich, anzukommen im Dorf Morakondro in Madagaskar, in dem die Protagonistin dieses Buches lebt. Todisoa, genannt Toddy, ist die älteste Tochter einer fünfköpfigen Familie, den Großvater Dadabé mit eingerechnet. Ihre Welt balanciert zwischen ethnischen Riten, Mythen und Geschichten und der immer präsenten Natur, Bedrohung und Ernährerin in einem, Schutz und Spielort kindlicher Fantasie.

Doch es lohnt sich, dort hinein zu schlüpfen. Hat man sich erst eingelebt, geht man neben Toddy durch den sagenumwobenen Wald zur Schule, hilft der Mutter beim Kochen, liebt Fliegennetze und wünscht sich genauso wie Todisoa, das Riesenrad in der großen Stadt zu sehen.

Kaum in dieser Welt angekommen, zerstört ein Sturm das Haus der Familie und damit Toddys bekanntes Leben. Die Geschichte beginnt, wir müssen mit. Toddys Vater will mit seiner Familie sein Glück in der Stadt versuchen - gegen den Willen der Mutter, der Kinder, trotz Warnungen der Dorfbewohner. Dass das sicher nicht gut gehen wird, rufen auch wir dem Vater zu. Doch der will nicht hören.

Todisoas Begeisterung für die kleinen schönen Dinge in der Stadt steckt an. Die Häuser wirken „so, als würden sie auf- und übereinander klettern“. Doch es folgen Wohnungs- und Arbeitslosigkeit, sozialer Abstieg. Die Kinder betteln und leiden Hunger. Todisoa fragt sich, wer hier in der Stadt das Glück bringt, wo es doch keinen Wald mit den Wichteln „Kalanoro“ gibt, die das normalerweise übernehmen. Wir und Todisoa fühlen uns ausgeliefert und haben Sehnsucht nach dem alten Leben, das sich nun in der Erinnerung verklärt und romantisch anfühlt.

Todisoa wird nun immer mehr ein recht erwachsenes Kind. Sehr reflektiert begreift sie Zusammenhänge, hinterfragt das Verhalten ihrer Eltern und leidet unter ihrer kindlichen Ohnmacht. Sie fragt sich, ob sie eine gute Tochter ist, sie ist wütend auf ihren alleine entscheidenden Vater und hat Angst vor der Zukunft. Und zudem ist sie die Starke, die Verantwortung schwer trägt. Etwa, als die kleinen Geschwister verschwunden sind oder der Vater ins Gefängnis muss.

Das alles kann man nicht ertragen, ohne eine klein bisschen erwachsener zu werden.

Den Erwachsenen wünscht man das Erwachsenwerden in diesem Buch oft etwas früher, Todisoa dagegen etwas später. Ankommen werden schließlich alle. Denn zuletzt siegt die Sehnsucht, die das ganze Buch durchzieht. Wie Großvater Dadabé gesagt hat.

Dieses Buch vereint die großen Menschheitsthemen: Existenzängste, Fragen nach dem Sinn, Freundschaft, Familienalltag, Spiel und Lernen. Das kennen wir, das zieht uns mit. Man mag Längen auf Grund zu flacher Spannungsbögen kritisieren - dieses Buch möchte etwas anderes, was ihm außerordentlich gut gelingt: Wir spüren Todisoa mit all ihren Wünschen und Ängsten in dieser völlig fremden Welt, da die Autorin sie mit authentischem Leben füllt und uns dabei begleitet.

 

Auch Deutschlandradio Kultur hat eine Besprechung des Buches gebracht:

 

Dadabé, der Großvater, hatte die kleine Enkeltochter zum Friedhof mitgenommen. Dort auf dem höchsten Hügel des Dorfes, so erzählte er ihr, würden die toten Verwandten weiterleben. Dorthin gingen die Lebenden, um Rat und Hilfe zu erbitten. Und dorthin würden auch jene irgendwann zurückkehren, die ihr Glück in der Stadt versucht hätten.

Gleichsam als Schutzengel stellte er dem madagassischen Mädchen die Razana vor. Und auch er begleitet nach seinem Tod das Kind weiter – nunmehr im Traum. Er ist im Geiste dabei, als die Familie nach einem Orkan verzweifelt das zerstörte Haus und die verschwundenen Felder verließ. Doch die Flucht in die Stadt brachte auch nur Armut und Hunger, Gewalt und Demütigung, weshalb die Eltern mit den Kindern wieder aufs Land zurückkehrten.

Nasrin Siege lässt offen, ob sie diesem Mädchen in den Elendsvierteln der Hauptstadt begegnet ist, als sie in Madagaskar lebte. Wenn nicht, dann wurde Tody nur erfunden, um all das auszudrücken, was die Schriftstellerin und Psychotherapeutin recherchiert und beobachtet hat.

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Wenn der Löwe brüllt

Buchtitel Wenn der Löwe brüllt

Bilderbuch

Illustratorin: Barbara Nascimbeni

Juli 2009
32 Seiten. Gebunden.
Peter-Hammer-Verlag
15,90 Euro
ISBN: 978-3-7795-0273-9

Wenn Emanuel und Bilali morgens aufwachen, ist kein Tisch für sie gedeckt. Die Jungen leben auf der Straße und wenn sie Hunger haben, müssen sie sich etwas suchen. Sonst tun die beiden, was andere Kinder auch tun. Sie spielen in der Sonne und denken sich aus, wie es wird, wenn sie groß sind und Busfahrer oder Präsident.

 

Dieses Buch wurde, neben 14 anderen Titeln, nominiert für den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Informationen darüber auf der Homepage der Deutschen Bischofskonferenz, www.dbk.de, unter Aktuelles (http://www.dbk.de/aktuell/meldungen/02167/index.html).

 

Pressestimmen

In der "Süddeutschen Zeitung" vom 8. März 2010 schrieb Regina Riepe in ihrer Rezension des Buches:

Über den Tellerrand des eigenen Alltags zu schauen, ohne ein Leben unter anderen Bedingungen abzuwerten oder Straßenkinder nur als bedauernswerte Opfer zu sehen - das schafft dieses beeindruckende Bilderbuch. Es zeigt zwei Jungen, die Träume haben und ihren Alltag meistern - und dabei füreinander einstehen. Bei der Lektüre mit neugierigen Fünfjährigen werden sich die Erwachsenen allerdings unbequemen Kinderfragen stellen müssen: Darf man stehlen, wenn man so richtig Hunger hat? Warum gibt es nicht mehr Erwachsene, die den Kindern helfen, so wie der nette Markthändler Ali? Müssen Emanuel und Bilali eigentlich nicht in die Schule? Und - Ist ihr Leben nicht ein spannendes Abenteuer: Am Strand schlafen, in der Stadt herumstreunen, mit anderen spielen - ohne, dass ein Erwachsener ihnen etwas vorschreibt? Ja, wenn der Hunger nicht wäre, dieser in jeder Szene auch optisch präsente Löwe, der das Leben der Kinder stärker im Griff hat, als es jeder noch so autoritäre Erwachsene tun könnte. Das begreifen auch Fünfjährige beim Anschauen dieses Bilderbuches. (ab 5 Jahre)

Hier der Link zum vollständigen Text der Rezension.


Auf dem Blog der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV) ist zu diesem Buch am 27. Juli 2010 eine Rezension von Joachim Fulda erschienen:

In beeindruckend schlichten Collagen schaffen es Nasrin Siege und Barbara Nascimbeni, dass die Straßenkinder uns Respekt abnötigen. Das dürfte auch einer der Gründe sein, warum das Buch für den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz nominiert worden ist. Nasrin Siege jedenfalls zeigt, dass es gelingen kann, das Thema Kinderarmut in einer ansprechenden Form kindgerecht aufzuarbeiten. Herausragend auch die Zeichnungen von Barbara Nascimbeni aus Hamburg, die kleinen Kindern das große Vergnügen bereitet, auf jeder Seite einen versteckten Löwen suchen und finden zu können.

Hier der Link zum vollständigen Text der Rezension

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Die Piraten von Libertalia

Buchtitel Piraten von Libertalia

Bloomsbury Kinder- und Jugendbücher
1. Auflage Februar 2009
304 Seiten. Gebunden.
Berlin-Verlag
14,90 Eur[D] / 15,40 Eur[A] / 15,40 CHF
ISBN: 978-3-8270-5290-2

Madagaskar gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Die Piratenkapitäne Misson und Caraccioli versuchen - lange vor der Französischen Revolution - ihren Traum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu verwirklichen und eine freie Republik zu gründen: Libertalia. Alle Menschen sollen hier die gleichen Rechte haben, alle Entscheidungen sollen gemeinsam getroffen werden. Während sie ihren neuen Staat aufbauen, unternehmen die Piraten immer wieder Beutezüge auf dem Meer und überfallen Sklavenschiffe. Die Befreiten haben die Wahl, ob sie in ihre Heimat zurückkehren oder sich Libertalia anschließen wollen. So wird eines Tages auch der junge Muro befreit, dessen afrikanisches Dorf von grausamen Sklavenfängern zerstört wurde. Durch seine Augen erleben wir die so aufregende wie kurze Geschichte der freien Republik Libertalia.

Pressestimme

In Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 21.06.2009 erschien diese Besprechung:

TIPPS
Buch. Ob es dieses Land namens "Libertalia" je gegeben hat, weiß niemand. Der Legende nach war es eine Kolonie, die zwei Piratenkapitäne auf Madagaskar gründeten. Dort lebten sie einige Jahrzehnte, bis Libertalia kurz nach dem Jahr 1700 zerstört wurde. Das Besondere daran sei die Ordnung gewesen, die die Piraten ihrem Staat gegeben hätten: Alle Einwohner seien gleichberechtigt gewesen, und selbst die beiden Kapitäne hätte die Mannschaft frei gewählt. Die iranisch-deutsche Schriftstellerin Nasrin Siege, die vor kurzem drei Jahre auf Madagaskar verbracht hat, erzählt diese Geschichte nun in einem äußerst fesselnden Roman aus der Perspektive des jungen Afrikaners Muro, der den Piraten seine Rettung aus den Händen von Sklavenhändlern verdankt. Das Buch ist keine leichte Kost, gestorben wird viel, geraubt und geplündert, und wie es nach der letzten Seite mit dem fliehenden Muro und der von ihm geretteten kleinen Marie weitergehen wird, steht in den Sternen. Doch es scheint, als würde er alles noch einmal genau so machen, die Ungewissheit und Gefahr ertragen, nur um noch einmal zu hören, was sein Freund Tim einmal zu ihm gesagt hat, kurz nach der Befreiung - die Zauberworte: "Du bist kein Sklave."
spre.

 

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Wie der Fluss in meinem Dorf

Buchtitel Wie der Fluss ...

Erzählung
Beltz & Gelberg Taschenbuch
4. Auflage 2001
136 Seiten. Broschiert.
Ab 12 Jahre
Beltz & Gelberg
EUR 5,40 / sFr 10,10
ISBN 3-407-78227-6

Sombo hat das afrikanische Dorf noch nie verlassen und der Abschied fällt ihr schwer. Doch sie ist stolz, auf die Oberschule in der großen Stadt zu gehen, wo alles ganz anders ist. Sie schläft zum ersten Mal in einem Bett und wundert sich, dass aus der Decke Wasser wie Regen kommt. Doch sie lernt bald, dass nicht alles, was modern ist und aus der neuen Welt kommt, besser ist. Am liebsten trifft sie sich nach der Schule mit Kavimbi in dem Versteck auf dem Hügel. Von dort hat man den schönsten Blick auf den Sambesi-Fluss, der wie der Fluss in ihrem Dorf aussieht. Sombo denkt oft an zu Hause, doch sie möchte anders leben als die Frauen in ihrem Dorf.

Auszeichnungen:

Kinderbuchpreis der Ausländerbeauftragten des Berliner Senats (1994)

Presse-/Leserstimmen:

»Diese Geschichte aus dem südlichen Afrika ist natürlich, überzeugend und unaufdringlich lehrreich erzählt.« - FAZ

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Sombo, das Mädchen vom Fluss

Buchtitel Sombo

Erzählung
Gulliver 165
8. Auflage 2004
112 Seiten. Broschiert.
Ab 10 Jahre
Beltz & Gelberg
EUR 5,90 / sFr 11,00
ISBN 3-407-78165-2

Sombo lebt in einem kleinen afrikanischen Dorf. Jeden Tag geht sie den langen Weg zur Schule. Sie liebt die Schule und bewundert den Lehrer, der so viel weiß. Sombo erzählt, wie sie für ihre Geschwister sorgen muss und wie gerne sie im kühlen Fluss badet oder schwimmen geht. Abends hört sie den Geschichten ihres Großvaters zu. Doch Sombo hat viele Fragen, und es gibt vieles, worüber sie nachdenken muss. Warum dürfen die Männer nicht mehr auf Elefantenjagd gehen und warum soll Wimes Großmutter plötzlich eine Hexe sein? Dann muß Sombo ins Mukanda, die Busch-Schule für Mädchen, wo sie lernt, was sie als erwachsene Frau wissen muss. Eine Zeit, die ihr wie ein langer Traum vorkommt.

Auszeichnungen:

Kinderbuchpreis der Ausländerbeauftragten des Berliner Senats (1994)

Presse-/Leserstimmen:

»...eine leise und warme Erzählung, in der man die Kälte der Nacht und die Hitze am Tag spürt, das Trommeln und die Gesänge der Frauen hört. In der aber auch die Widersprüche eines Landes wie Sambia zwischen Tradition und Fortschritt deutlich werden. Ein hervorragendes, empfehlenswertes Kinderbuch. Eine wirkliche Einführung in afrikanisches Leben.« - Missio

»Nasrin Siege macht vor allem auch deutlich, dass ein für die Frau ihres Kulturraumes vorgezeichneter Weg veränderbar ist. Sie beschreibt dies, ohne die traditionellen Bräuche und Sitten anzuprangern. Einseitigkeit findet sich in ihrem Buch nicht.« - Praxis Deutsch

»Nasrin Siege läßt uns empfinden, was Sombo erlebt: Familiäres und Intimes, die Widersprüche zwischen dem neuen und dem alten Afrika, die schwarzen Götter und der Geisterglaube in der Konfrontation zum weißen Gott und dem Zivilisationsglauben. Und so schafft Literatur das, was Wissen allein nie zuwege bringt: sich in andere Leben einzufühlen und damit Fremdheit zu verringern. Sehr schlicht und schön erzählt, sehr empfehlenswert, und zwar für jedes Alter.« - Ostdeutscher Rundfunk

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Als die Elefanten kamen

Buchtitel Als die Elefanten ...

Roman
Beltz & Gelberg Taschenbuch
2001
196 Seiten. Broschiert.
Ab 11 Jahre
Beltz & Gelberg
EUR 6,40 / sFr 11,90
ISBN 3-407-78466-X

Die spannende Geschichte von Zawadi, der sich im Dschungel selbst auf die Suche nach den rücksichtlosen Wilderern macht. Und ein Buch über den ostafrikanischen Dschungel, seine Tierwelt und die Menschen, die dort leben. Am liebsten schleicht sich Zawadi mit seinem Freund Omari in den Dschungel, um die Tiere zu beobachten: den schlauen Honigvogel, Antilopen und Affen oder - wenn sie sicher auf dem Tamarindenbaum sitzen - Elefanten und Büffel. Seit der Naturpark eingerichtet wurde, ist es verboten, das Wild zu jagen. Das erregt auch den Unmut der Dorfbewohner, denn sie haben Angst vor dem menschenfressenden Löwen, und die Elefanten zerstören die Felder. Eines Tages werden von den Wildhütern die Überreste eines Elefanten gefunden. Ist Omaris Vater, auf den der Verdacht fällt, wirklich der Wilderer? Die beiden Jungen wollen die Wahrheit herausfinden und dabei geschieht fast ein Unglück.

Presse-/Leserstimmen:

»Nasrin Siege kennt Afrika gut und es gelingt ihr, dieses Wissen und ihre Erfahrungen an ihre Leser weiter zu geben. Sie lässt sie teilhaben am Alltag in einem afrikanischen Dorf zwischen Tradition und Moderne, zwischen Tierschutz und Existenzkampf. Eine überaus spannende Erzählung, in der wir viel über das Leben im heutigen Afrika erfahren.« - Stadtmagazin Känguruh, März 2005

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Shirin

Buchtitel Shirin

Roman
Beltz & Gelberg Taschenbuch
1999
152 Seiten. Broschiert.
Ab 11 Jahre
Beltz & Gelberg
EUR 4,95 / sFr 9,30
ISBN 3-407-78354-X

Shirin ist elf, als sie mit ihrer Familie von Teheran nach Deutschland kommt. Dort ist alles anders, und Shirin denkt oft an Teheran, wo sie mit ihrer Großmutter so gerne auf den Basar gegangen ist.  In Deutschland ist alles anders und Shirin sehnt sich sehr nach einer Freundin, aber die anderen Kinder in der Schule beachten sie nicht. Manchmal wäre Shirin am liebsten das Kind einer anderen Familie, dann hätte sie bestimmt auch eine Freundin. Doch mit der Zeit fühlt sie sich in ihrer neuen Umgebung sicherer und von den anderen Mädchen lässt sie sich auch nicht mehr alles gefallen. Umso fremder werden ihr die Eltern. Sie sprechen nicht einmal mehr dieselbe Sprache. - Einfühlsam und sensibel erzählt Nasrin Siege von Shirin zwischen zwei Welten, von ihren Träumen und Sehnsüchten und von der Hoffnung, ihren eigenen Weg zu finden. - Besonders geeignet als Schullektüre!

Presse-/Leserstimmen:

»Die Autorin vermittelt anschaulich und nachhaltig, was es bedeutet, in frühen Jahren das Land der Kindheit und familiären Herkunft zu verlassen.« - Cornelia Sonntag, Tagesspiegel Berlin

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Juma - Ein Straßenkind aus Tansania

Buchtitel Juma ...

Roman
Gulliver 301
5. Auflage 2004
168 Seiten. Broschiert.
Ab 11 Jahre
Beltz & Gelberg
EUR 5,90 / sFr 11,00
ISBN 3-407-78301-9

Der Überlebenskampf als Straßenkind in Dar es Salaam ist trostlos und gefährlich. Lange muß die Hilfsorganisation um Jumas Vertrauen ringen, bis er sich helfen läßt. Seit Jumas Mutter gestorben ist, hat sich für Juma alles verändert. Mit der Stiefmutter kommt er nicht klar, doch, schlimmer noch, sein Vater trinkt. Eines Tages hält Juma es nicht mehr aus und haut ab in die große Stadt, nach Dar-es-Salaam. Das Leben auf der Straße ist hart und gefährlich, auch wenn Juma dort neue Freunde findet, die das Ganze erträglich machen. Als sie von dem neuen »Zentrum« hören, in dem man sich um Straßenkinder kümmert, reagieren sie misstrauisch und neugierig zugleich. Erst mit der Zeit fassen sie Vertrauen ...

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Hyänen im hohen Gras - Spuren in der Serengeti

Buchtitel Hyänen ...

Erzählung
118 Seiten. Paperback.
EUR 9,90 / sFr 17,70
ISBN 3-86099-505-7

Immer wieder hatten sie Einwände gegen die Reise nach Afrika gehabt. Doch jetzt, wo ihre Eltern sich getrennt haben, geht das plötzlich. Sabine kann ihre Tante Stefanie in der Serengeti besuchen.
Stefanie hat einen aufregenden Beruf. Sie ist Hyänenforscherin. Sabine lernt eine Welt kennen, die ihr zunächst Angst macht. Das Haus der Tante befindet sich mitten im Busch, in Nachbarschaft mit Löwen, Elefanten, Leoparden, Hyänen. Sie begleitet ihre Tante bei der Arbeit und erfährt viel über das Leben der Tiere. Sie bekommt Einblick in das Leben der Hyäne, die wie der Wolf in Europa einen schlechten Ruf hat, von den Menschen eher gefürchtet, als geliebt. Bei den Hyänen-Clans macht Sabine lustige, aber auch traurige und grausame Beobachtungen. Und als sie und Stefanie eines Tages eine von Wilderern verletzt Hyäne finden, bangen sie nicht nur um deren Leben.
Während Sabine mit ihrer Tante die Hyänen beobachtet, spürt sie, wie sie sich selbst verändert.

Pressestimme zur Lesung in der Westerwaldschule Driedorf:

»Nasrin Siege stellt ... ihre neueren Bücher vor und lässt aufgenommene Originaltöne von Tieren der afrikanischen Savanne erklingen. Sie liest von „Sabine“, die Protagonistin von „Hyänen im hohen Gras – Spuren in der Serengeti“, die ihre Tante, die als Hyänenforscherin im Nationalpark arbeitet, besucht. Obwohl dieses Buch vorwiegend Tierfreunde anspricht, lassen sich sogar die „großen“ Schüler davon faszinieren.«

Pressestimme aus dem Delmenhorster Kreisblatt vom 4.4.2005:

Merkwürdig: Da kennen fast alle Kinder afrikanische Tiere aus dem Zoo, doch es dauert Jahrzehnte, bis mit dem neuen Buch von Nasrin Siege endlich einmal auch das Leben dieser Tiere in freier Wildbahn, d.h. in der Serengeti, aus Kindersicht geschildert wird.

Sabine besucht ihre Tante Stefanie, die seit zehn Jahren für ein Hamburger Institut in der Serengeti Hyänenforschung betreibt. Tante Stefanie lebt unter recht schlichten Bedingungen ("Wir legen den Sack mit Regenwasser zwei Stunden in die Sonne und schon haben wir heißes Wasser!"), hat guten Kontakt zu tansanischen Nachbarn und schafft es in kürzester Zeit, Sabine aus der Großstadt Frankfurt für die Schönheiten der einmaligen Natur- und Tierwelt der Serengeti zu begeistern. Sabine lernt Klippschliefer, Paviane, Büffel, Elefanten, Flusspferde, Antilopen, Leoparden, Löwen und eben immer wieder Hyänen kennen, die bei uns aufgrund ihres Aussehens vollkommen zu Unrecht einen schlechten Ruf genießen.

Das Buch von Nasrin Siege, die sich in der Vergangenheit u.a. auch schon intensiv mit den Lebensgeschichten afrikanischer Straßenkinder in Dar es Salaam literarisch auseinander gesetzt hat ("Juma"), ist locker und kindgerecht geschrieben. Nie unterliegt die Autorin der Versuchung, den beschriebenen Tieren menschliche Züge zu verleihen ("Stefanie klingt jetzt wie meine Bio-Lehrerin: 'Wenn du Tiere und ihr natürliches Verhalten verstehen willst, musst du dich von deinen menschlichen Wertmaßstäben frei machen.' "). Im Gegenteil wird das Leben der Tiere realistisch dargestellt und Hyänen sieht man nach diesem Buch mit neuen Augen. Aber auch die Auswüchse des anwachsenden Tourismus in den Nationalparks verschweigt die Autorin ebenso wenig wie ein malariakrankes afrikanisches Kind - und Sabine entfernt sich nicht so weit von ihrer Heimat, als dass sie die gerade erst erlebte Trennung ihrer Eltern in Deutschland vergessen könnte.

Empfehlenswert vor allem für Kinder im Alter von 6-12 Jahren und für den Einsatz im Schulunterricht - aber auch für Erwachsene angenehm zu lesen. Dem Buch ist in jeder Zeile anzumerken, wie sorgfältig die Autorin bei Dr. Marion East ("Mama Fisi") in der Serengeti und in Tierforschungsinstituten recherchiert hat.

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Kalulu und andere afrikanische Märchen

Buchtitel Kalalu

2. Auflage
144 Seiten. Paperback.
EUR 12,90 / sFr 24,80
ISBN 3-86099-428-X

Ich weiß noch, wie wir Kinder am Abend Feuerholz gesucht haben, um mit unseren Müttern das Abendessen zu kochen. Danach haben wir dann zusammen gesessen, und Großmutter hat uns im Schein des Feuers Geschichten erzählt ...

 

 

Presse-/Leserstimmen:

»Ein Buch für kleine und große Leseratten, »ein schönes Buch ..., das nachdenklich macht und das eigene Weltbild in Frage stellt.« - Eselsohr

»Nichts in Sieges Fabulierstil ist sensationslüstern oder europäisch besserwisserisch, weil sie mit dem Blick fürs Unspektakuläre ... Unbekanntes mit großer Zärtlichkeit vertraut macht.« - Frankfurter Rundschau

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Der Tag des Regenbogens

Buchtitel Tag des Regenbogens

136 Seiten. Vierf. Hardcover.
EUR 15,50 / sFr 29,80
ISBN 3-86099-440-9

Interkulturelle Märchen, Mythen und Geschichten der bekannten Kinderbuchautorin und Sammlerin afrikanischer Märchen. Starke, kämpferische Frauen stehen im Mittelpunkt. »Meine Märchen«, so Nasrin Siege, »sind eine Liebeserklärung an das Leben zwischen den Kulturen.«

 

 

 

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Beiträge in Anthologien

  1. Hans  J. Gelberg (Hg.): Die Erde ist mein Haus. Jahrbuch der Kinderliteratur. Beltz & Gelberg, 1988: "Deine Hand in meiner Hand" (Gedicht); "Das Bauchweh" (Gedicht).
  2. IAF/Verband bi-nationaler Familien und Partnerschaften (Hg.): Gegensteuern. Handbuch für AntirassistInnen und solche, die es werden wollen: IAF-Verlag,  
    1992: "AusländerInnen an deutschen Schulen" (Artikel); "Zwischen den Welten" (Bericht)
  3. Hans Eichel (Hrsg.): Mir fremd, doch nah. Vom Miteinander in Hessen. Ein Lesebuch. Insel Verlag, 1993: 1. "Heimatlos" (Gedicht); 2. "Fremde" (Gedicht); 3. "Regenfarben" (Gedicht); 4. "Komm!" (Gedicht); 5. "Liebe Lisa, lieber Jonas" (Kurzgeschichte)
  4. Silvia Bartholl (Hrsg.): Texte Dagegen. Autorinnen und Autoren schreiben gegen Fremdenhass und Rassismus. Beltz & Gelberg,  1993: "Dialog"
  5. Hans J. Gelberg (Hg.): Was für ein Glück. Jahrbuch der Kinderliteratur 9. Beltz & Gelberg, 1993:" Jan kommt aus Deutschland" ; "Maria an der Straße".
  6. Hans J. Gelberg (Hg.): Aller Dings, Versuch 25 Jahre einzuwickeln. Werkstattbuch. Beltz & Gelberg, 1996: "Zur Frage authentischen Erzählens".
  7. Hans J. Gelberg (Hg.): Oder die Entdeckung der Welt. Jahrbuch der Kinderliteratur. 1997: "Wer ist Anaeli?" (Gedicht)
  8. Silvia Bartholl (Hrsg.): Alles Liebe und so weiter. Liebesgeschichten von vielen Autorinnen und Autoren.  Beltz & Gelberg, 1998: "Muschelreste"
  9. Hans Eichel (Hrsg.): Von out bis cool. Jugend und Jugendkultur in Hessen. Ein Lesebuch. Insel Verlag , 1999: 1. "Wer ist Anaeli?" (Gedicht); "Inseln in der Stadt"(1)  (Kurzgeschichte); "Straßenkinder" (Artikel);
  10. Ines-Marita Rüge, Jürgen Moysich (Hg.): Leben auf eigene Faust. Strassenkinderkindergeschichten aus vier Kontinenten. Verlag Brandes & Apsel/Südwind, 1999: "Inseln in der Stadt" (2) (Kurzgeschichte)
    Dänische Übersetzung, Verlag AKS/ Hjulet, 1999
  11. Peter Bekes, Volker Frederking (Hg.): Literatur des  20. Jahrhunderts. Eine Textsammlung für den Deutschunterricht in der Oberstufe. Verlag Schroedel,
    2000: "Heimatlos" (1993)
  12. Sigfried Gauch, Verena Mahlow (Hrsg.):  "Die Unverschämte Gegenwart".  Jahrbuch für Literatur 15. Verlag Brandes & Apsel, 2009: "Der Traum der Rose"
  13. Linda Wolfsgruber (Hg.): was auf den Tisch kam. Lieblingsspeisen und Geschichten aus der Kindheit. Mandelbaum Verlag, 2010: Mas ó Chiar
  14. Urs M. Fiechtner, Reiner Engelmann (Hg.): Dass wir heute frei sind. Ein Amnesty-Interantional-Lesebuch. Sauerländer,  2011: "In  Dar treffen wir uns wieder".
  15. Sigfrid Gauch, Michael Au, Volhard Brandes (Hg.): Über das Ende hinaus. Jahrbuch für Literatur 17, Verlag Brandes & Apsel, 2011: "Das Mädchen aus den Usambara-Bergen"
  16. Hans-Joachin Gelberg, Hrsg.: "Wo kommen die Worte her", Beltz & Gelberg,
    2011: "Dialog" (Gedicht); "Ich und ich" (Gedicht); "Augen" (Gedicht)
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