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Die Piraten von Libertalia

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Verlag Akademie der Abenteuer

ISBN: -13: 9783985300778

24.02.2022

„Wenn du groß bist, werde ich dir von Libertalia erzählen. Wo du geboren wurdest, wo wir alle frei, gleich und wie Brüder zusammengelebt haben …“

Madagaskar gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Die Piratenkapitäne Misson und Caraccioli versuchen – lange vor der Französischen Revolution – ihren Traum von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu verwirklichen und eine freie Republik zu gründen: Libertalia. Alle Menschen sollen hier die gleichen Rechte haben, alle Entscheidungen sollen gemeinsam getroffen werden.

Während sie ihren neuen Staat aufbauen, unternehmen die Piraten immer wieder Beutezüge auf dem Meer und überfallen Sklavenschiffe. Die Befreiten haben die Wahl, ob sie in ihre Heimat zurückkehren oder sich Libertalia anschließen wollen. So wird eines Tages auch der
junge Muro befreit, dessen afrikanisches Dorf von grausamen Sklavenjägern zerstört wurde. Durch seine Augen erleben wir die so aufregende wie kurze Geschichte der freien Republik Libertalia.

Als ich 2005 nach Madagaskar kam, las ich in den dortigen Zeitungen immer wieder über eine Piratengruppe und deren Kapitäne Misson und Caraccioli, die zwischen 1690 bis 1720 im Norden Madagaskars einen demokratischen Staat mit dem Namen Libertalia gegründet hatten - in einer Zeit, in der Freiheit, Gleichheit, Internationalismus und Abschaffung der Sklaverei in Europa und Amerika noch nicht einmal diskutiert wurden.
Mit der Gründung von Libertalia versuchten Misson, Caraccioli und Tew, der sich ihnen später anschloss, ihren Traum von einer internationalen Gesellschaft zu verwirklichen, in der alle Menschen – egal welcher Nationalität, Religion und Hautfarbe - gleich sind. Neben Landwirtschaft, der Gründung von Familien mit einheimischen Frauen und dem Aufbau eines demokratischen Staates – in Libertalia soll es freie Wahlen gegeben haben – unternahmen die Piraten immer wieder Beutezüge auf dem Meer, mit denen sie ihre Abenteuerlust auslebten und den wachsenden Bedarf an potentiellen Mitbürgern deckten: Den gefangenen Seeleuten und den befreiten Sklaven von gekaperten Schiffen wurde freigestellt, sich in Libertalia als freie Bürger niederzulassen, oder in einem Hafen oder an einem anderen Ort an Afrikas Küste von Bord zu gehen.

Im Juni 2005 reiste ich das erste Mal nach Antsiranana, die Stadt, in deren Umkreis Libertalia existiert haben sollte. Ich besuchte die Bucht, in der die Liberi – so nannten sie sich - die Republik aufgebaut hatten, und schaute von den Hügeln der Stadt auf die enge Ausfahrt zur offenen See.
In der Stadt, entlang einer breiten Straße, befand sich ein großes buntes Piratenbild auf einer Mauer. Ich fragte die Menschen, denen ich in Antsiranana begegnete, nach Geschichten über Libertalia ...


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